IPv6 ist das Internet Protocol Version 6, welches in Zukunft unser derzeitig gebräuchliches IPv4 ablösen soll. Doch gibt es dazu einen Anlass?
Lange Zeit dachte niemand ernsthaft daran, daß es durch die rund 4 Milliarden IP-Adressen des IPv4 irgendwann mal zu einem Engpass kommen könnte. Großzügig wurden Class-A-Netze (16.8 Mio IP´s) an Organisationen und Unternehmen vergeben, auch wenn sie diese wohl nie vollkommen würden ausschöpfen können. Von dem Überfluss an IP-Adressen profitierten vor allem Nordamerika (75% aller Ipv4 Adressen!!!) und Europa, als sich aber der Internetboom auch über Südamerika, Afrika und vor allem Asien ausbreitete, war plötzlich das Ende der Fahnenstange greifbar nah.
Und ein Blick in die Zukunft läßt es erahnen: Die zunehmende Anzahl an Netzwerkcomputern weltweit, netzwerkfähige Mobiltelefone sowie Autos und Haushaltsgeräte mit Internetanschluß werden den weltweiten Bedarf an IP-Adressen weiter steigen lassen.
Schon rückt man der bestehenden Adressenknappheit in Fernost mit verschiedenen Behelfsmaßnahmen zu Leibe:
- PAT (Port Address Translation = NAT Overloading)
- Lockerung der festen Netzklassen-Unterteilung durch CIDR (Classless Inter-Domain Routing)
- normales NAT
- oder dynamische Vergabe von Adressen
Doch dauerhaft ist auch das keine Lösung. Hier aber verspricht IPv6 Abhilfe. Mit einer Gesamtzahl von 2128 IP-Adressen sollte auf absehbare Zeit erneuten Engpässen vorgebeugt werden. Und um das kurz zu veranschaulichen: Für jeden Quadratmillimeter Erdoberfläche könnten ca. 665,570793 Billiarden Adressen (6,65570793 × 1017) bereitgestellt werden. (Wenn jede IP Adresse einen Millimeter hoch wäre, würden die dadurch entstehenden Stapel den Erdumfang um das 33.214.949 fache vergrößern [Quelle: wikipedia])
Nur unseren Netzwerkadministratoren wird es dabei ein wenig schwer ums Herz. Konnte man sich bisher die 32bit langen IP-Adressen des IPv4 noch recht einfach merken, wird das bei den IPv6-Adressen etwas schwieriger. Ihre Länge beläuft sich auf 128bit, sie werden in acht hexadezimalen 16bit-Blöcken formuliert und durch Doppelpunkte getrennt.
Und so könnte eine Adresse aussehen: 3ffe:400:89AB:381C:7716:AA91:0000:0001 . Dabei ist ein wesentlicher Vorteil des IPv6 gegenüber IPv4 die wesentlich vereinfachte Struktur des Headers. Folgende Felder definieren den Header: Version (4 Bits): | IP-Versionsnummer (6) | Class (8 Bits): | Wird für QoS (Quality of Service) verwendet | Flow-Label (20 Bits): | Dieses Feld kennzeichnet einen Datenstrom zwischen Sender und Empfänger. Die Werte werden ebenfalls für QoS und Echtzeitanwendungen verwendet. | Payload Lenght (16 Bits): | Länge des Datenpakets ohne Header (aber mit Extension-Headers) | Next (8 Bits): | Gibt den Typ des nächsten Extension-Headers an. Der Wert '59' signalisiert, dass keine weiteren Header bzw. Daten folgen. | Hop-Limit (8 Bits): | Legt fest, nach wie vielen Durchgängen das Paket vom Router, zur Vermeidung von Schleifen, verworfen werden soll. | Source Address (128 Bits): | Beinhaltet die Absenderadresse. | Destination Address (128 Bits): | Beinhaltet die Empfängeradresse. |
Es stehen also große Änderungen ins Haus, auch wenn noch lange nicht feststeht, wann sich der neue Standard durchsetzen wird. Zuviele Änderungen haben die Entwickler aufgebracht, Schwachstellen wie das durch IPv6 vereinfachte "Belauschen" von Daten direkt am Router wurden von den Datenschützer angemahnt. Hier ist durch Privacy Extensions Abhilfe geschaffen worden, aber eine andere Baustelle ist bis heute noch offen: IPv6 und DNS. Gerade bei den komplexen IP-Adressen des IPv6 ist ein enges Zusammenspiel mit DNS von Nöten, aber die IPv6 Autokonfiguration sucht von Hause aus erstmal nicht nach Nameservern. Ist diese Hürde genommen, ändern sich allerdings durch die Privacy Extensions häufig die IP-Adressen, und wieder kommt es zu Kommunikationsstörungen mit dem DNS.
Eines aber steht fest. IPv6 muss und wird kommen. Und NETHINKS ist vorbereitet. Schon heute sprechen unsere Router IPv6. NETHINKS macht Sie fit für die Zukunft! |