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Wir können wohl tatsächlich die alte Geschichte, das Internet sei von dem US-amerikanischen Militär als ein verteiltes Informationssystem für den atomaren Ernstfall erschaffen worden, in das Reich der Märchen verweisen. Denn schon von Beginn an wurden vornehmlich zivile Projekte gefördert, auch wenn die ersten Netz-Knoten von der Advanced Research Projects Agency bereitgestellt und finanziert wurden.

 

Die Aufgabe des Internets jedoch war seit der ersten Stunde vorgegeben: es diente und dient der Kommunikation und dem Austausch an Informationen. Doch hier sind wir gleich an der großen Schwachstelle des Internets angekommen. Informationen gibt es hier in Hülle und Fülle, doch wie komme ich an sie heran?

 

Das gezielte Suchen wurde 1992 zu einem monatlich ausgetragenen Wettbewerb: Rick Gates, ein amerikanischer Internetpionier, initierte "The Internet Hunt". Mit Hilfe der damals zur Verfügung stehenden Internet-Dienste Usenet,  FTP, Gopher und TELNET mussten Studenten Fragen unter zu Hilfenahme des Internets beantworten. 1994, mit dem Aufkommen des World Wide Webs und den Möglichkeiten der Suchmaschinenanfrage, fand dieser Wettbewerb ein Ende, die Suche nach Informationen wurde wesentlich vereinfacht.

 

Aber nicht das Finden. Gebe ich unter Google  den Begriff "Internet" ein, so bekomme ich die ersten zehn Suchergebnisse von etwa 74.500.000 angezeigt.. Wer wünscht sich in dieser Situation nicht die eine Quelle, unter der man fundierte Informationen direkt über den gesuchten Begriff erhalten kann. Das dachte sich in ähnlicher Weise wohl Rick Gates schon im Jahr 1993, als er angeblich in einer Usenet-Newsgroup vorschlug, eine Enzyklopädie im Internet zu erstellen.

 

Über das Versuchsstadium kam sein Interpedia allerdings nicht hinaus. Erst im Jahr 2001 startete Wikipedia, eigentlich als Plattform zur Erstellung von Artikeln für ein anderes Projekt namens Nupedia. Aber vor allem die Offenheit des Wiki-Prinzips - Beiträge können ohne voherige Registrierung verfasst werden - verhalf Wikipedia zu einem ungeahnten Erfolg. Alleine in der deutschsprachigen Version enthält Wikipedia derzeit rund 309.681 Artikel, in der englischen Versionen sind es bereits über 800.000!

 

Damit wird er wahr, der Traum von der allumfassenden, einfach zu bedienenden Datenquelle. Immer auf dem aktuellen Stand, offen für Neuerungen und für jedermann frei verfügbar.

 

Als Informationsquelle, zumindest für diesen Artikel, diente, wie sollte es auch anders sein, www.wikipedia.de!