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Stromfresser PC - Hilfe zur Abhilfe


Drei Desktop-PC, ein Notebook, ein zentraler Fileserver und ein Netzwerkdrucker. Das sind die bescheidenen Bestandteile meines kleinen Firmennetzwerks. Zwischendurch blieb  nur die Frage offen, ob ich den Server durchlaufen lassen sollte, oder aber abends und wochenends abschalte. "Was soll´s, wird schon nicht die Welt kosten," sagte ich mir und ließ den Server Tag und Nacht in Betrieb. Bis mir zwischendurch ein paar Leistungsdaten in Erinnerung kamen: 400 Watt Netzteil, geschätzter durchschnittlicher Verbrauch 250 Watt... das macht im Jahr:

 

250 Watt * 24h * 365 Tage / 1000 = 2190 kW/h

 

Bei einem Strompreis von rund 20 Cent sind das ganze 438 Euro im Jahr. Tatsächlich benötige ich den Server aber nur an Werktagen während der regulären Bürozeiten. Das sind dann nur noch 96 Euro - und damit 342 Euro Unterschied. Und das nur bei dem Server...

 

Ein moderner PC mit Pentium-Architektur verbraucht zwischen 80 und 180 Watt, ein Laptop über 75 Watt, Dann kommt dazu noch der Drucker (S/W-Laser bis zu 340 Watt), die Monitore (17`` Röhre: 90 Watt), ein Scanner, die Lautsprecher...da sind Möglichkeiten gesucht, den Stromverbrauch nach unten zu korrigieren.

 

Ausschalten

Das ist die effektivste Methode, Strom zu sparen. Dabei bedeutet ausgeschaltet aber nícht immer, daß der Rechner tatsächlich nicht mehr am Stromnetz hängt. Moderne Rechner befinden sich nach dem herunterfahren in der Regel in dem

 

Soft-Off-Zustand

Dieser Zustand ist mit dem Stand-By-Betrieb anderer Elektrogeräte vergleichbar. Der tatsächlich An/Aus-Schalter befindet sich bei Geräten des ATX-Standards nämlich rückseitig an dem Netzteil. In diesem Zustand verbraucht der Rechner immerhin noch rund 10 - 15 Watt/h. Etwa 4/5 des Jahres befindet sich der klassische Arbeitsplatzrechner in diesem Soft-Off-Zustand und verbraucht dabei gute 70 kW/h. Am besten also gleich den Rechner zusammen mit dem Monitor und dem Drucker an eine Steckerleiste angeschlossen, und am Ende des Arbeitstages den Schalter auf AUS stellen.

 

Stand-By-Zustand

Seit Windows 98 können Rechner in den Stand-By-Modus versetzt werden. Bei einer guten Systemkonfiguration wird das System dabei in den Suspend-To-Ram-Zustand (STR) versetzt, die Einstellungen des Betriebssystems werden im RAM-Speicher abgelegt. Das erneute Booten erfolgt innerhalb von wenigen Sekunden, der Stromverbrauch in diesem Ruhezustand ist nur minimal höher als im Soft-Off-Zustand. Stimmt aber die Konfiguration des Systems nicht, kann der Rechner diesen Zustand nur "vortäuschen", weiterhin aber bis zu 70 Watt an Strom ziehen. Eine einfache Kontrolle ist zum Beispiel die Überprüfung des CD-Laufwerks. Reagiert dieses auf eine Eingabe im Stand-By-Modus, so ist der Rechner falsch konfiguriert. Aber Achtung: Während des Stand-By-Modus sollte man ihn nicht komplett vom Netz trennen. Schnell kann es sonst zu Datenverlusten kommen.

 

Hibernation

Noch einen Schritt weiter gehen moderne Rechner ab den Betriebssystemen Windows ME, 2000 oder XP. Versetzt man den PC in diesen Ruhezustand, so werden alle nötigen Einstellungen auf der Festplatte zwischengespeichert und der Rechner schaltet sich selbstständig in den Soft-Off-Zustand. Das Booten läuft dann in der Regel ein wenig schneller ab, als bei einem Kaltstart.

 

Bleibt zum Schluß noch eine Frage offen: Lohnt es sich denn, aus Gründen der Energieersparnis neue Hardware anzuschaffen? Natürlich nicht. Denn die Energieeinsparung und der Energieverbrauch der Fertigung der neuen Hardware beschert der Umwelt eine absolut negative Bilanz.

 

Und was ich nun an Strom in meinem kleinen Netzwerk eingespart habe, daß wird die nächste Jahresabrechnung zeigen. Ich bin schon gespannt...

 

Bernd Schwab