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Der Barcode wurde in diesen Tagen 30 Jahre alt. Grund genug, ein wenig hinter die Kulissen der kleinen schwarzen Striche zu schauen, denn was hat er uns denn eigentlich zu sagen??

 

Der Strichcode, auch Barcode genannt, besteht aus unterschiedlich dicken Balken (englisch = bar) sowie Zwischenräumen und kann maschinell gelesen werden. Die Striche und Lücken stehen für eine bestimmte Zahlenfolge: Die Internationale Artikelnummer (EAN). Unter dem Strichcode sind die enthaltenen Informationen nochmals in Schriftform angegeben und können so bei Bedarf - zum Beispiel an der Supermarktkasse - auch manuell eingegeben werden. Strichcodes gibt es in unterschiedlichen Formen. Eine der gebräuchlichsten ist der 13-stellige Code für Konsumartikel (EAN-13), der auf mehr als 90 Prozent der Lebensmittel im Handel zu sehen ist.

 

So ist der EAN-13 Code aufgebaut:

 

Am Anfang steht die dreistellige Länderziffer, gefolgt von der vierstelligen Herstellernummer. Die folgenden fünf Ziffern bilden die Artikelnummer des Herstellers gefolgt von der Prüfziffer am Ende (siehe Abbildung).

 

 

  • Die Länderziffer gibt an, in welchem Land ein Hersteller den Strichcode beantragt hat. Die Zahlen 400 bis 440 beispielsweise stehen für Deutschland, 300 bis 379 für Frankreich, die Zahl 609 für Mauritius.
  • Die Herstellernummer gibt Auskunft über den Produzenten und wird in Deutschland von GS1 Germany vergeben.
  • Die Artikelnummer legt der Hersteller selbst fest. Jeder Artikel hat eine eigene Nummer und ist somit weltweit identifizierbar.
  • Die Prüfziffer ist eine aus allen anderen Ziffern errechnete Zahl. Sie hilft Lesefehler im Scanner zu vermeiden.

Verkürzte Version: Der EAN-8 Code:

 

Die verkürzte Version EAN-8 ist häufig auf kleinen Artikeln zu finden, auf denen ein EAN-13 mehr als 25% des Platzes auf der Vorderseite benötigen würde. Er hat dann folgenden Aufbau:

 

EAN-Länderziffer (3 Ziffern)

Artikelziffer (4 Ziffern)

Prüfziffer (1 Ziffer)

 

 

Einsatzbereiche

 

Der Strichcode begegnet uns auf Schritt und Tritt: Auf Produkten, Paketen und Paletten sind die schwarzen Balken allgegenwärtig. Aber im Barcode steckt noch mehr. Handy-Besitzer können Werbeinformationen und Sonderangebote abrufen, indem sie mit der integrierten Digitalkamera einen Strichcode auf Produktverpackungen oder Plakaten fotografieren. Eine spezielle Software entschlüsselt den abfotografierten Strichcode und zeigt die entsprechende Internetadresse sofort auf dem Display des Handys an.

 

Mobilfunkanbieter arbeiten zurzeit an einem Standardstrichcode, der von jeder Handy-Kamera weltweit gelesen werden kann. Lebensmittel können demnächst im Strichcode mit weiteren qualifizierenden Informationen gekennzeichnet werden, wie z.B. Mindesthaltbarkeitsdaten oder Nettogewicht. Damit werden Wiegevorgänge an der Kasse überflüssig, die Frische der Produkte lässt sich verbessern.

 

Die hessische Landesregierung plant, künftig jedem Neugeborenen einen festen Strichcode zuzuteilen. Dieser wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung eingelesen und erhöht so die Sicherheit für die Kinder.

 

Die Strichcodes haben folgende Bestandteile:

 

 

  • Linke Grenzbalken
    Diese beiden dünnen Linien dienen als Start-Referenzpunkt für das Laser-Lesegerät und sind bei allen Strichcodes gleich.
  • Länderbalken
    Diese Linien stehen für den dreistelligen Ländercode (z.B. 400 für Deutschland) und verraten, wo das Produkt in den Handel gegeben (also hergestellt) wurde.
  • Herstellerbalken
    Diese Linien stehen für den vierstelligen Herstellercode (z.B. 1513 für "Gerolsteiner Brunnen GmbH"); jedes Unternehmen hat einen eigenen, vierstelligen Code. Auf der Homepage GEPIR findet man weltweit jeden Hersteller, indem man einfach den Hersteller-Code (bzw. den ganzen Strichcode) eintippt.
  • Mittelbalken
    Diese beiden dünnen Linien dienen als Mittel-Referenzpunkt für das Laser-Lesegerät und sind bei allen Strichcodes gleich.
  • Produktbalken
    Diese Linien stehen für den fünfstelligen Produktcode (z.B. 00062 für "Gerolsteiner Stille Quelle"); jedes Unternehmen vergibt jedem seiner Produkte einen eigenen, fünfstelligen Produktcode. Wenn zwei unterschiedlich verpackte Produkte den gleichen Produktcode haben, handelt es sich um das identische Produkt – nur eben anders verpackt.
  • Prüfziffer-Balken
    Dieser Balken steht für die einstellige Prüfziffer. Diese Ziffer ist für den Supermarkt wichtig, trägt aber keine für Kunde oder Hersteller relevante Information.
  • Rechte Grenzbalken
    Diese beiden dünnen Linien dienen als End-Referenzpunkt für das Laser-Lesegerät und sind bei allen Strichcodes gleich.

Und jetzt ab in den Supermarkt und das neuerworbene Wissen anwenden!