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Monopolkommission: Telekom behindert VoIP 05.07.2006


Neue Forderungen an die Deutsche Telekom werden laut. Die Monopolkommission fordert eine Abkopplung der DSL-Anschlüsse von den Telefonanschlüssen (TeilnehmerAnschlussLeitungen), um mögliche Behinderungen des stark wachsenden Marktes der Internet-Telefonie zu vermeiden.

 

Zur Zeit kommen über die TAL auf Nutzer der Internet-Telefonie noch zusätzliche Kosten zu, die eigentlich komplett vermieden werden könnten. Schließlich benötigt man, telefoniert man über VoIP, tatsächlich keinen herkömmlichen Telefonanschluss mehr.

 

Der Kommissionsvorsitzende Jürgen Basedow setzt sich daher dafür ein, die Telekom solle "dazu verpflichtet werden, einen sogenannten Bitstrom-Zugang anzubieten". Darüber bekämen Wettbewerber der Deutschen Telekom einen direkten Zugang zu den Endkunden zur Verfügung gestellt. Auch die Bundesnetzeagentur stellt sich in diesem Zusammenhang auf die Seite der Monopolkommission; eine Regierungsverfügung wurde im Entwurf bereits im Frühjahr vorgelegt.

 

Vergleichbar zu diesem Entwurf hat die Agentur bereits einen Monat zuvor einen vergleichbaren für Bitstrom-Zugänge über ATM vorgelegt, eine Tatsache, die für Großkunden der Telekom interessant werden dürfte.

 

Der neue Entwurf sieht vor, Wettbewerbern Zugänge zu konkurrenzfähigen Bedingungen zur Verfügung zu stellen, die Preise unterliegen zusätzlich einer Vorabregulierung durch die Bundesnetzeagentur.

 

Gerade dies stößt bei der Telekom auf heftige Kritik. Sie befürchtet, daß direkte und flexible Preisverhandlungen durch bürokratische Auflagen ersetzt werden. "Wir sehen nicht, wie sich ein weiteres Angebot von den bereits vorhandenen abgrenzen soll", bemerkt Dr. Frank Schmidt, Leiter der Regulierungsabteilung der Telekom. "Mit der geplanten Verfügung greift die Bundesnetzeagentur in unverhältnismäßiger Weise in ein Marktsegment ein, das nachweisbar von einer hohen Wettbewerbsdynamik und einem differenzierten Angebot auf Vorleistungsbasis geprägt ist", so Schmidt weiter. Bereits jetzt gebe es rund 1.6Mio Resale-Anschlüsse, eine Lücke zwischen Resale- und Line-Sharing-Angeboten, wie sie die Bundesnetzeagentur sieht, könne er nicht ausmachen.