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Die ISDN-Abschaltung rückt näher

Die Telekommunikationsnetze ISDN, SDH und ATM werden abgebaut und müssen einer neuen Netzwerktechnologie - dem „NGN (Next Generation Network)“ - weichen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen und klären, was nun zu tun ist, um auch nach dem Wechsel weiter telefonieren und andere von ISDN abhängige Systeme nutzen zu können.

Hintergründe & Wissenswertes

Wofür steht ISDN?

ISDN ist die Abkürzung für Integrated Services Digital Network – ein Telekommunikationsnetz, das Sprach- und Datenübertragung erlaubt.

Wann wird ISDN abgeschaltet?

Der Umbau der Netze ist schon in vollem Gange: Bereits 2014 wurden die ersten Anschlüsse von Privatpersonen auf NGN umgestellt. Anfang 2015 hat es die ersten Zwangskündigungen von betrieblichen ISDN-Anschlüssen in München gegeben. Es ist geplant, in allen Stadtgebieten mit Breitbandmöglichkeit ISDN bis 2016 vollständig zu ersetzen. Bis Ende 2018 soll dann ganz Deutschland auf NGN umgestellt werden.

 

 

Der Zeitplan zur ISDN-Ablösung

Warum wird ISDN abgeschaltet?

ISDN wurde zwischen dem Ende der 80er und dem Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts flächendeckend eingeführt. Mit ISDN wurde ein modernes Kommunikationsnetz geschaffen, das die Übertragung von Sprache und Daten in einer Plattform vereinen konnte. Die Bandbreite von ISDN ist auf 64 Kbit/s pro Kanal limitiert. Da ISDN insgesamt über zwei Kanäle verfügt, sind mit dieser Technik auch zwei Telefonate gleichzeitig möglich. Neben dem Telefonnetz auf ISDN-Basis haben sich IP-basierte Netze weiterentwickelt, über die sich die gleichen sowie zusätzliche Dienste mit wesentlich höheren Bandbreiten abbilden lassen.

Die Deutsche Telekom hat entschieden, dass in Zukunft nur noch ein Netz (das NGN - Next Generation Network) betrieben werden soll. Die Verwaltungs- und Betriebskosten lassen sich für den Telekommunikationsriesen so deutlich reduzieren.

Schnittstellen Kompatibilität

Welcher Anschluss ist in Zukunft notwendig?

Da alle Dienste (Telefonie, Internet, sonstiges) in Zukunft über eine einzige Leitung laufen werden, können sich diese Dienste gegenseitig beeinflussen. Wird die Anbindung zum Beispiel für Internet-Applikationen wie Downloads, Video-Streams oder soziale Netzwerke intensiv genutzt, kann es vorkommen, dass keine Bandbreite mehr für Telefonie oder andere Anwendungen bereitsteht. Der Anwender bemerkt in diesem Fall eine schlechte, abgehackte Sprachqualität – im schlimmsten Fall kann gar nicht mehr telefoniert werden.

  • Je Telefonverbindung kann man mit einer erforderlichen Bandbreite von 80 Kbit/s in beide Richtungen rechnen. Will man also acht Telefonate gleichzeitig im Unternehmen erlauben, dann müssen 640 Kbit allein für Telefonie reserviert werden.
  • Je nach weiteren Diensten, die genutzt werden sollen, kann ein ADSL-Anschluss mit 16.000 Kbit/s Download- und 1.000 Kbit/s Upload-Geschwindigkeit damit schon über die Hälfte ausgelastet sein. Als Faustformel kann man pro Arbeitsplatz 400 bis 500 Kbit/s rechnen, die man bereitstellen muss.

Ein Büro mit 10 Mitarbeitern sollte dann also wenigstens einen VDSL 25 Anschluss besitzen (mit immerhin 5.000 Kbit/s Upload) um telefonieren und gleichzeitig weitere Aufgaben wahrnehmen zu können.

Welche Verfügbarkeiten brauche ich?

Auch wenn Telefonie einer der ältesten Dienste ist, die kabelgebunden oder per Funk übertragen werden, spielt sie doch im Tagesgeschäft eine entscheidende Rolle. Hier kommt die Verfügbarkeit ins Spiel: Von ISDN war man eine sehr hohe Verfügbarkeit – also geringe Ausfallzeiten – gewohnt. Das ist bei IP-basierten Diensten nicht immer so. Ein Beispiel: Die Ausfallswahrscheinlichkeit bei DSL ist höher als bei ISDN.

Je nach Anforderungsprofil eines Unternehmens sollte die Verfügbarkeit über 99,5 Prozent liegen. Das bedeutet immerhin noch eine theoretische Gesamtausfallszeit von 1,5 Tagen im Jahr. Für Callcenter und andere Unternehmen liegt die erforderliche Verfügbarkeit noch deutlich darüber.

Eine kurze Auflistung der Verfügbarkeiten unterschiedlicher Produkte:

 

ProduktVerfügbarkeitErläuterung
DSL98%Für Telefonie bedingt geeignet. Für kleine Unternehmen, die zur Not auf Mobilfunk umsteigen können gut geeignet (Preis-Leistungsverhältnis)
Ethernet-basierte Leitungen99,5% Für normale Unternehmen sehr gut geeignet. Höhere Kosten als DSL
Redundante Anbindung99,99%Hervorragend geeignet für Unternehmen, die immer erreichbar sein müssen (Callcenter, Service-Unternehmen). Durch die Redundanz in der Regel doppelt so hohe Kosten wie bei Ethernet-basierten Lösungen.

Welche Verfügbarkeiten werden angeboten?

Verschiedene Produkte haben verschiedene Verfügbarkeiten. Landläufig kann man von folgenden Qualitäten ausgehen:

 

  • Ethernet-basierte Produkte: 99,5% Verfügbarkeit
  • DSL-basierte Produkte: 98,5% Verfügbarkeit

Das Bedeutet für ein Unternehmen, dass man damit rechnen muss, dass ein DSL-Anschluss bis zu 5 Tage im Jahr ausfallen kann und ein Ethernet-basierter Anschluss immerhin noch etwas mehr als 1,5 Tage gestört sein kann. 

Ich möchte meine vorhandene TK-Anlage weiterbetreiben. Geht das?

Viele ältere TK-Anlagen verfügen lediglich über ISDN- oder Primärmultiplex-Anschlüsse. Sollen diese TK-Anlagen weiter betrieben werden, muss ein Adapter das Bindeglied zwischen NGN und ISDN bilden. Grundsätzlich können Sie also Ihre vorhandene TK-Anlage auch nach der Umstellung weiter verwenden.

Welche Komponenten brauche ich, um meine vorhandene TK-Anlage weiter betreiben zu können?

Wir empfehlen Produkte des Herstellers Beronet, der eine Vielzahl von Gateways anbietet. Wir haben mit Beronet in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen gemacht und arbeiten als Partner zusammen.

Features TK-Anlage

Kann ich Videokonferenzen mit der neuen Anlage nutzen?

Mit einer neuen TK-Anlage kann je nach Hersteller auch Videokonferenz genutzt werden. Abhängig ist das aber vor allem von der Leitungsanbindung der Niederlassung oder des Unternehmens. Für eine qualitativ gute Videokonferenz muss man je Kanal bis zu 2 Mbit einplanen.

Kann ich CTI mit einer neuen Anlage nutzen?

In der Regel ist CTI (Computer Telefon Integration) mit neuen TK-Anlagen möglich. Gemeint ist damit die Möglichkeit, Funktionen von Desktop-Anwendungen für die Kommunikation zu nutzen. Ein Beispiel: Mit einem Klick auf eine Telefonnummer in Microsoft Outlook kann ein Gespräch über das Telefon hergestellt und gleich dokumentiert werden. Ein anderes Anwendungsbeispiel ist die Anzeige der Rufnummer eines Anrufers auf dem Desktop; das CRM-Programm öffnet zeitgleich ein Fenster mit allen Informationen zum Anrufer. Voraussetzung ist, dass der Arbeitsplatz mit der TK-Anlage kommunizieren kann. Diese Verbindung kann zum Beispiel über das Programm „Phonesuite“ eingerichtet werden.

Wie verändert sich die Sprachqualität?

In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts befanden sich einige VoIP („Voice over IP“)-Systeme im Probebetrieb. Oft konnte die Sprachqualität nicht an die der ISDN-Telefonie heran reichen. Das hat sich mittlerweile gewandelt:

  • es wurden neue Codecs entwickelt
  • die Rauschunterdrückung wurde verbessert
  • die verfügbaren Endgeräte sind deutlich ausgereifter
  • die Übertragungstechnik (das Netz) bietet bessere Möglichkeiten, Echtzeitdaten für Sprache zu transportieren.

Heute kann eine gut eingestellte VoIP-Anlage meist nicht mehr von einer ISDN-Anlage unterschieden werden.

Allgemeines

Müssen die Rufnummern portiert werden? Wer macht das?

Die Übernahme von Rufnummern ist mittlerweile gesetzlich geregelt. Ihr aktueller Anbieter muss einer Rufnummernübergabe zustimmen und zu einem definierten Zeitpunkt die Übergabe innerhalb von 24 Stunden durchführen.

Der Definierte Zeitpunkt wird zwischen dem alten Anbieter und dem neuen Anbieter abgestimmt und wird Ihnen dann mitgeteilt.

Wieviele Sprachkanäle kann ich buchen?

Ein Sprachkanal ermöglicht die Durchführung eines Telefongespräches. Sie müssten im Vorfeld ermitteln, wieviele Telefongespräche in Ihrem Unternehmen gleichzeitig geführt werden sollen. Je nach Telefonlösung zählen dabei nur die Telefonate die von Außen eingehen oder die nach Außen geführt werden sollen.

Im Prinzip können Sie so viele Sprachkanäle buchen, wie Ihre Netzwerkanbindung zulässt. 

Bitte rechnen Sie je Sprachkanal zusätzlich eine Bandbreite von 80 Kbit/s in beide Richtungen ein. Diese Bandbreite ist notwendig, um qualitativ hochwertig telefonieren zu können.

Wir und unsere Partner nutzen Fax. Geht das auch in Zukunft?

Fax ist ein Dienst, der vor allem von Einzelhändlern, Logistikern, Handwerkern und anderen Unternehmen genutzt wird. Viele Unternehmensprozesse basieren auf der Kommunikation per Fax.

Grundsätzlich kann man auch mit einer VoIP-Lösung Faxe verschicken und empfangen, muss aber damit rechnen, dass nicht mehr alle Partner an der Faxkommunikation teilnehmen können. Es wird ein sogenanntes T38-Protokoll eingesetzt, dass es ermöglicht, Faxe über eine IP-Verbindung zu übertragen. Leider unterstützen nicht alle Telefonlösungen T38, so dass es hier zu Problemen kommen kann.

Klären Sie also Ihre Übertragungswege mit Ihren Lieferanten, Kunden und Geschäftspartnern und handeln Sie notfalls alternative Weg aus (eMail, EDI, etc.)

Kosten

Unter folgendem Blog-Artikel lesen Sie, wie Sie durch den Umstieg von ISDN auf VoIP Kosten sparen können. Zum Beispiel durch den Einsatz unsere NT/Communication Servers

Hier gelangen Sie zum Blog-Artikel: Glück im Unglück: ISDN-Ablösung spart Kosten!

Bei direkten Fragen erreichen Sie uns auch unter der Rufnummer 0661-25000-0.

Die ISDN-Checkliste

Worauf Sie vor der ISDN-Abschaltung unbedingt achten sollten.
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Uwe Bergmann

Uwe Bergmann
Geschäftsleitung
Dipl. Informatiker

Zertifiziert in dem Bereich ITIL