Kaum ein Unternehmen ist dieser Tage vor einer Übernahme durch Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg sicher – so scheint es zumindest. Vor knapp sechs Wochen hatte sich der US-amerikanische Social-Networking-Riese den weltweit verbreiteten Instant-Messenger-Service WhatsApp für den beträchtlichen Kaufpreis von 19 Milliarden US-Dollar einverleibt; vergangene Woche wurde bekannt, dass Facebook mit „Oculus VR“ auch einen Hersteller von Virtual-Reality-Brillen aufgekauft hat. Während die Übernahme von Whatsapp noch nachvollziehbar erscheint – es liegt nahe, dass WhatsApp-Funktionen in Facebook integriert werden könnten – gibt das Interesse am Videobrillen-Startup vielen Branchenkennern Rätsel auf.

Virtuelle Facebook-Welten  – ein (Alb-)Traum?

Ursprünglich war die Videobrille „Oculus Rift“ aus dem Hause Oculus VR einem ganz bestimmten Zweck zugedacht: Sie sollte PC-Gamern eine bessere Immersion und damit ein revolutionäres Spielgefühl bieten. Entsprechend groß war der Aufschrei in Spieler-Kreisen, als bekannt wurde, dass Oculus VR den Eigentümer gewechselt hat – denn Mark Zuckerberg hat mit der Virtual-Reality-Brille eigene Pläne. Wie er auf seinem eigenen Facebook-Profil verkündet, sieht er eine völlig andere Zukunft für „Oculus Rift“: Die Brille soll zum Beispiel Lehranwendungen unterstützen, virtuelle Arztbesuche ermöglichen und die Möglichkeit bieten, „Erlebnisse und Abenteuer“ mit Facebook-Freunden zu teilen. Nicht ganz das, was die PC-Gamer-Szene mit dem Gerät im Sinn hatte.

Ist Facebook überhaupt noch zeitgemäß?

Während die große Frage im Raum steht, was das soziale Netzwerk mit seinen Neuerwerbungen langfristig anstellen will, wird vielerorts bereits seit Längerem das Ende der „Ära Facebook“ prophezeit. Das Unternehmen habe sich überlebt und gelte bei Jugendlichen häufig als „out“ oder sogar peinlich – vor allem, weil die stetig wachsende Popularität auch viele ältere Personen auf die Plattform gelockt habe. Alternative Dienste wie Instagram und Snapchat erfreuen sich dagegen deutlichen Zuwächsen bei der Anzahl jugendlicher Nutzer. Da liegt nahe, dass Facebook sich seiner möglicherweise schwindenden Stellung bewusst ist und mit dem Kauf zukunftsträchtiger Unternehmen gegensteuern will. Die Zukunft wird es zeigen.

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